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Champagner

Wer bist du ?

Etwas über die Geschichte der Province Champagne...

Römer bauten als Erste Weinreben in der Champagne an. Der Wein, den sie daraus herstellten, war nicht vergleichbar mit dem heutigen Champagner, denn er war "still". Während der Herrschaft von Heinrich IV, König von 1056 bis 1106, setzte sich in der 140 km entfernten Hauptstadt Paris der Name "Champagne" durch. Erst 1670 wurden die Weichen für den jetzt bekannten Champagner gestellt. Im 17. Jahrhundert begann im Anbaugebiet das Umfüllen des Weines in Flaschen, um seine Frische zu erhalten, da der Wein den Transport im Fass nicht gut vertrug. Durch das frühe Abfüllen gärte der Wein unbeabsichtigt in den Flaschen weiter und von den Verlusten infolge herausspringender Korken waren die Winzer nicht begeistert. Sie nannten den Wein "Wein der Teufels".

Der Mönch Dom Pérignon (1638-1715), damals Chef de Cave der Benediktinerabtei Hautvillers, begann mit der Entwicklung der kontrollierten Flaschengärung durch Zuckerzusatz. Alles war jedoch dem Zufall überlassen. Erst durch die Untersuchungen von Louis Pasteur wurden die Grundlagen der Gärung verstanden.

Im Jahr 1729 gründete Monsieur Ruinart das älteste heute noch bestehende Champagnerhaus von Famille Gosset. Durch die Handelshäuser Heidsieck, Moet, Perrier-Jouet und Bollinge kam es zur internationalen Vermarktung. Beim Champagnerverfahren haben die Frauen eine wichtige Rolle gespielt. Die Bekann- testen sind heute noch  Madame Pommery, Perrier und Cliquot. 

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war durch die zweite Gärung in der Flasche zu viel Hefe, die den Champagner trüb machte. Ab 1882 erfand Nicole-Barbe Cliquot (Veuve Cliquot de Ponsardin) zusammen mit den Kellermeistern Antoine Müller und  Alfred Werlé das Rütteln und Degorgieren. Der Champagner hat sich von Beginn des 19. Jahrthunderts bis heute zu einem weltweit verbreiteten Luxusgut entwickelt. 

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Zu Beginn wurden 36 Millionen Flaschen hergestellt. Um 1945 wurde das Comité Interprofessionnel du vin de Champagne gegründet, das bis heute als Dachverband die Interessen der Winzer vertritt und die Produktion beaufsichtigt. Der Champagner hat in Frankreich einen wichtigen wirtschaftlichen Aspekt erreicht. Pro Jahr werden ca. 2,5 Millionen hl Wein hergestellt. 1999 wurden aufgrund des Übergangs in ein neues Jahrtausend 327 Millionen Flaschen verkauft. Der jährliche Umsatz der Branche beträgt etwa 4 Milliarden Euro. Die Franzosen sind die Hauptabnehmer mit ca. 60%. Die EU-Länder sind mit ca. 25% vertreten, wovon im Jahr 1997 mehr als 13 Millionen Flaschen nach Deutschland exportiert wurden. Das war der Höchststand und zur Zeit werden jährlich etwa 10 Millionen Fla- schen verkauft. 15% werden in außereuropäische Länder exportiert.

Das Etikett eines Champagners sagt viel über seine Herkunft. Es gibt ca.15.000 verschiedene Champagnersorten, aber es bedeutet nicht, dass es genau so viele Winzer gibt. Die Genossenschaften stellen unterschiedliche Champagner her, die dann bei einer Degustation (Verkostung) von allen Traubenlieferanten und einigen Winzern probiert, wahlweise gekauft und unter eigenem Namen vermarktet werden.

Lassen wir die Etiketten sprechen:

NM: Négociant manipulant. Handelshaus, das den Champagener ausbaut und selbst vermarktet. In der Regel besitzen die Handelshäuser eigene Weinberge, kaufen jedoch Traubenmaterial hinzu.

RM: Récoltant manipulant. Diese Bezeichnung benennt die kleinen Winzerbetriebe, die den Champagner selbst ausbauen und vermarkten.

CM: Coopérative de manipulation. Genossenschaft, die das Traubenmaterial ihrer Mitglieder ausbaut und vermarktet.

RC: Récoltant coopérateur. Ein Weinbauer, der sein Traubenmaterial einer Genossenschaft zur Champagnerherstellung überlässt und die Flaschen zwecks Vermarktung seiner eigenen Marke zurück erhält.

ND: Négociant distributeur. Handelshaus, das fertig hergestellten Champagner aufkauft und unter eigener Marke vertreibt.

MA: Marque d´acheteur. Großabnehmer, der ein Handelshaus bittet den Champagner mit dem Etikett seiner eigenen Marke zu versehen. Es handelt sich in der Regel um einfache Qualitäten.


Das traditionelle Herstellungsverfahren ist die Flaschengärung "Méthode Champenoise". Bis Dezember 1994 war allen Herstellern von Qualitätsschaumweinen erlaubt diesen Begriff zu benutzen. Der Europäische Gerichshof hat im Juli 1992 unwiderruflich die Méthode Champenoise per Gerichtsbeschluss geschützt.

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